Fast 40 Prozent der Deutschen wissen laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey nicht, wie hoch der jährliche Wasserverbrauch ihres Haushaltes tatsächlich ist. Wer seine Energiekosten nicht kennt, achtet auch nicht auf mögliches Einsparpotenzial, das mit smarten Geräten erheblich sein kann.
Je nach Wohnort können die Wasser- und Stromkosten für Waschmaschinen um bis zu 43 Euro und für Spülmaschinen um bis zu 19 Euro pro Jahr variieren. Wer beim Gerätekauf auf Energieeffizienz setzt, kann diesen Standortnachteil jedoch deutlich ausgleichen.
Als weltweit führendes Event für Innovationen im Home-Appliances- und Consumer-Electronics-Bereich hat die IFA Berlin (www.ifa-berlin.com) genau das untersucht: die Wasser- und Stromkosten von Waschmaschinen und Geschirrspülern in den 100 größten Städten Deutschlands.
Essen auf Platz 1: Hier kostet Wäschewaschen am meisten
Unter den 20 größten Städten liegt Essen beim Wäschewaschen ganz vorn: Bei durchschnittlich 200 Waschgängen pro Jahr zahlen Haushalte dort mit einem herkömmlichen Altgerät (rund zehn Jahre oder älter) rund 132,48 Euro pro Jahr für Wasser und Strom.
Auf Platz zwei und drei der teuersten Städte folgen Stuttgart mit 124,42 Euro und Duisburg mit 118,87 Euro. Am günstigsten ist es in Köln mit 89,25 Euro. Rund zehn Euro teurer pro Jahr ist das Wäschewaschen in München (99,28 Euro) und Berlin (99,70 Euro). Essener Haushalte zahlen damit fast 48 Prozent mehr für die jährlichen Wasser- und Stromkosten ihrer Waschmaschine als Haushalte in Köln.
Auch beim Geschirrspülen bleibt die Ruhrgebietsstadt Spitzenreiter
Nicht nur beim Wäschewaschen, auch beim Spülen liegt Essen bundesweit auf Platz 1 – auch wenn sich das Ranking leicht verschiebt. Da eine Spülmaschine deutlich weniger Wasser, aber ähnlich viel Strom verbraucht wie eine Waschmaschine, wirkt sich hier der lokale Strompreis stärker auf die Kosten aus als der Wasserpreis.
Mit einer herkömmlichen Spülmaschine zahlen Haushalte dort mit 86,69 Euro pro Jahr ebenfalls die höchsten Wasser- und Stromkosten unter den 20 größten Städten, vor Stuttgart (84,12 Euro) und Hamburg (81,84 Euro). Am günstigsten ist es wieder einmal in Köln mit 67,29 Euro, vor Leipzig (69,20 Euro) und Bonn (70,14 Euro).
Smarte Geräte können den Preisunterschied ausgleichen
Moderne, energieeffiziente Wasch- und Spülmaschinen der Effizienzklasse A können die jährlichen Kosten für Wasser und Strom in den 20 größten Städten im Schnitt um 47,7 Prozent gegenüber älteren Bestandsgeräten senken. Die Spanne reicht dabei von 46,4 Prozent in Bremen bis 50,0 Prozent in Köln.
In absoluten Eurobeträgen profitieren entsprechend Haushalte in den teuersten Städten am meisten, da dort die Ausgangskosten am höchsten sind: In Essen sparen Haushalte so 59,26 Euro pro Jahr bei der Waschmaschine und 43,67 Euro bei der Spülmaschine. Gefolgt von Stuttgart mit 56,72 Euro beziehungsweise 42,67 Euro und Hamburg mit 54,14 Euro beziehungsweise 41,91 Euro.
Über alle 20 Städte hinweg sinken die Jahreskosten im Schnitt für eine Waschmaschine von 110,62 Euro auf 60,14 Euro, für einen Geschirrspüler von 74,90 Euro auf 36,89 Euro.
Alle Ergebnisse für die 100 größten deutschen Städte
Vergleicht man nicht nur die 20 größten, sondern die 100 größten deutschen Städte, führt das nordrhein-westfälische Solingen beide Rankings an: Hier zahlen Haushalte bei 200 Zyklen pro Jahr und Gerät rund 226,79 Euro für Wasser und Strom. Damit sind Wäschewaschen und Geschirrspülen in Solingen deutschlandweit am teuersten.
Dicht dahinter folgt Brandenburgs Hauptstadt: In Potsdam werden dafür 222,02 Euro fällig. Essen liegt mit Kosten von 219,17 Euro pro Jahr an dritter Stelle.
Am günstigsten sind die Wasser- und Stromkosten dagegen insgesamt in Köln mit 156,54 Euro. Regensburg mit 157,10 Euro und Oldenburg mit 160,98 Euro pro Jahr folgen auf Platz zwei und drei im Negativranking. Damit ergibt sich ein jährlicher Preisunterschied zwischen der teuersten und der günstigsten Stadt von rund 70 Euro.